Wenn Angst plötzlich den Körper übernimmt
Bei einer Panikstörung treten wiederkehrende, meist unerwartete Panikattacken auf. Sie sind nicht zwingend an eine erkennbare Situation gebunden und können sich körperlich sehr intensiv zeigen: mit Herzklopfen, Brustenge, Atemnot, Schwindel, Zittern oder der Angst, die Kontrolle zu verlieren.
Eine einzelne Panikattacke bedeutet noch nicht automatisch eine Panikstörung. Entscheidend ist, ob solche Attacken wiederholt auftreten, ob danach anhaltende Sorge vor der nächsten Attacke entsteht und ob der Alltag dadurch eingeschränkt wird. Weil ähnliche Beschwerden auch körperliche Ursachen haben können, ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Bei akut starker Brustenge, Atemnot, Ohnmacht, neurologischen Ausfällen oder dem Gefühl unmittelbarer körperlicher Gefahr sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Was passiert bei einer Panikattacke?
Der Körper schaltet in starke Alarmbereitschaft. Herzschlag, Atmung, Muskelspannung und Wahrnehmung können sich deutlich verändern. Das ist real spürbar und kann sehr bedrohlich wirken, auch wenn die Reaktion im Rahmen einer Panikattacke erklärbar ist.
Woran erkennt man eine Panikstörung?
Eine Panikattacke ist ein einzelnes Ereignis. Von einer Panikstörung spricht man, wenn schwere Angstattacken wiederholt und nicht auf eine bestimmte Situation begrenzt auftreten. Häufig kommt die Erwartungsangst hinzu – also die Sorge, dass es wieder passieren könnte.
Typisch sind unter anderem Herzklopfen, Brustschmerz oder Engegefühl, Atemnot, Erstickungsgefühl, Schwindel, Benommenheit, Schwitzen oder Zittern. Manche Menschen erleben Derealisation, bei der die Umgebung unwirklich erscheint, oder Depersonalisation, bei der man sich selbst fremd oder entfernt wahrnimmt.
Wenn Betroffene Orte oder Situationen meiden, aus denen ein Entkommen schwierig erscheint oder Hilfe schwer erreichbar wirkt, kann fachlich eine Agoraphobie hinzukommen. In der ICD-10-GM wird die Kombination als Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01) eingeordnet.
Leitlinien nennen unter anderem kognitive Verhaltenstherapie, angeleitete Selbsthilfe und je nach Verlauf auch medikamentöse Optionen. Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt von Diagnose, Schweregrad, Begleiterkrankungen und persönlichen Voraussetzungen ab.
Sie möchten Ihre Beschwerden einordnen?
Wenn Panikattacken wiederkehren oder Ihren Alltag belasten, kann eine fachliche Abklärung Orientierung geben. Die Schlossparkklinik Dirmstein unterstützt privatversicherte Patientinnen und Patienten, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler bei psychischen und psychosomatischen Beschwerden.